Aktuelles

Was mich gerade beschäftigt – und was ich auf LinkedIn teile.

08.04.2026

Das Lagerfeuer

Nach der Transplantation kehre ich zurück. Gleiche Firma. Gleiche Kollegen. Gleiche Position. Aber irgendetwas stimmt nicht.

Strategiediskussionen, bei denen ich im Raum sitze – aber mich nicht wirklich dabei fühle. Vertrauen, das ich nicht mehr spüre. Kleine Signale, die ich erst einzeln, dann zusammen lese.

Ich lese sie. Ich ordne sie ein.

Und dann, ein Abend an einem Lagerfeuer. Unser Berater sagt in die Runde: Jemand in dieser Gruppe zieht nicht mehr am gleichen Strang. Er schaut mich nicht an. Er muss nicht.

In diesem Moment weiss ich Bescheid.

Enttäuschung. Frustration. Widerstand. Wir trennen uns.

Nach zwölf Jahren ein klarer Schnitt. Mit 56 – nach einer Transplantation.

Ich höre auf zu suchen, was war — und fange an zu fragen, was ich eigentlich will.

Heute begleite ich Menschen, wenn etwas zerbricht. Nicht weil ich Antworten habe. Sondern weil ich weiss, wie sich das anfühlt.

01.04.2026

Der Moment

April 2022. Ich liege auf dem OP-Tisch. Meine Frau schenkt mir eine Niere.

Was geht mir durch den Kopf?

Angst? Panik? Nein. Ich habe mich monatelang mental vorbereitet – bewusst wenig gelesen, wenig gefragt, nur das Nötigste gewusst. Was ich nicht beeinflussen kann, das lasse ich los. Was ich beeinflussen kann – meinen Kopf, meine Haltung – das trainiere ich.

Der Anästhesist sagt danach zu mir: Er habe selten jemanden so tiefenentspannt erlebt während einer OP.

Ich weiss bis heute nicht, ob das Mut war. Oder Vernunft. Oder beides.

Was ich weiss: In diesem Moment habe ich zum ersten Mal gespürt, was mentale Klarheit wirklich bedeutet. Es geht nicht um Stärke, sondern darum, bei sich zu sein.