Aktuelles
Was mich gerade beschäftigt – und was ich auf LinkedIn teile.
29.04.2026
Neustart
Jetzt bin ich da. Als Mentaltrainer und Coach. Im Studio in Zimmerwald, online — oder auch bei dir.
Ich begleite Menschen, die in Krisen stecken, an Lebensübergängen stehen oder sich verändern wollen — ob es um Gewohnheiten geht, um Entscheidungen, um Blockaden oder darum, wieder in Bewegung zu kommen.
Meine Arbeit schaut nach vorne. Statt alte Geschichten aufzurollen, arbeiten wir direkt mit dem, was dein nächstes Kapitel bestimmt – in deinem Kopf.
22.04.2026
Der Mut
Mit 58 nochmal neu anfangen. Kein Einkommen. Keine Stelle in Sicht. Ich schreibe Bewerbungen. Es kommt wenig zurück.
Ende April 2025. Ein Abend vor dem Fernseher. Aus dem Nichts fange ich an zu zittern. In der Nacht hyperventiliere ich. Ich nehme Temesta. Gehe zur Ärztin.
Dann gehe ich spazieren. Jeden Tag. Ich fange mich wieder. Schritt für Schritt. Es war eng.
Meine Frau und ich rechnen durch. Falls nötig verkaufen wir unser Haus. Wir haben Optionen. Wir stehen das durch.
Beim Gehen wird es langsam klarer.
Ich habe die IT-Projektwelt geliebt und gut gemacht. Aber sie hat mir nicht alles gegeben, was ich brauche.
Mich interessiert der Mensch hinter den Prozessen mehr als die Prozesse selbst.
Und genau dort beginnt etwas Neues.
Ich höre auf zu suchen, was war — und fange an, das zu bauen, was ich wirklich will.
15.04.2026
Die Erkenntnis
Vielleicht kennst du das: Du bist unter Druck. Du erwachst und deine Gedanken kreisen. Und jetzt?
Gib ihnen einen Platz — und verschieb dann den Fokus.
Eine einfache Übung, die ich selbst oft anwende:
Stell dir vor, du sitzt in einem Kino. Auf der Leinwand läuft der Gedanke, der dich beschäftigt – wie ein Film. Du schaust zu. Du bist nicht der Film. Du bist der Zuschauer.
Dann: Mach das Bild kleiner. Weiter weg. Schwarzweiss.
Oft schon beim ersten Mal bemerkst du, wie der Druck nachlässt und du ruhiger wirst.
Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen real und vorgestellt. Dein Kopf folgt dem Bild. Änderst du das Bild, ändert sich der Rest.
Das ist keine Magie. Das ist, wie unser Kopf funktioniert.
08.04.2026
Das Lagerfeuer
Nach der Transplantation kehre ich zurück. Gleiche Firma. Gleiche Kollegen. Gleiche Position. Aber irgendetwas stimmt nicht.
Strategiediskussionen, bei denen ich im Raum sitze – aber mich nicht wirklich dabei fühle. Vertrauen, das ich nicht mehr spüre. Kleine Signale, die ich erst einzeln, dann zusammen lese.
Ich lese sie. Ich ordne sie ein.
Und dann, ein Abend an einem Lagerfeuer. Unser Berater sagt in die Runde: Jemand in dieser Gruppe zieht nicht mehr am gleichen Strang. Er schaut mich nicht an. Er muss nicht.
In diesem Moment weiss ich Bescheid.
Enttäuschung. Frustration. Widerstand. Wir trennen uns.
Nach zwölf Jahren ein klarer Schnitt. Mit 56 – nach einer Transplantation.
Ich höre auf zu suchen, was war — und fange an zu fragen, was ich eigentlich will.
Heute begleite ich Menschen, wenn etwas zerbricht. Nicht weil ich Antworten habe. Sondern weil ich weiss, wie sich das anfühlt.
01.04.2026
Der Moment
April 2022. Ich liege auf dem OP-Tisch. Meine Frau schenkt mir eine Niere.
Was geht mir durch den Kopf?
Angst? Panik? Nein. Ich habe mich monatelang mental vorbereitet – bewusst wenig gelesen, wenig gefragt, nur das Nötigste gewusst. Was ich nicht beeinflussen kann, das lasse ich los. Was ich beeinflussen kann – meinen Kopf, meine Haltung – das trainiere ich.
Der Anästhesist sagt danach zu mir: Er habe selten jemanden so tiefenentspannt erlebt während einer OP.
Ich weiss bis heute nicht, ob das Mut war. Oder Vernunft. Oder beides.
Was ich weiss: In diesem Moment habe ich zum ersten Mal gespürt, was mentale Klarheit wirklich bedeutet. Es geht nicht um Stärke, sondern darum, bei sich zu sein.
